Was soll man über den Sommer 2003 viele Worte verlieren - er war einfach super. Auch in der Bretagne.3 Wochen nicht einen Tropfen Regen, Temperaturen auch dort jenseits der 30°. Aber, auch sei nicht verschwiegen, wo Licht ist, ist auch Schatten. So hatten diese Temperaturen den Nachteil, dass sich sehr oft sehr viel Nebel bildete. Und das war dann nicht immer lustig.

 


Anker der Amoco Cadiz

  So z. B. an dem Tag, als wir den
 [ Phare de la Vierge  ] besuchten. Kartenbestellung bei schönstem Sonnenschein, Einschiffen bei Sonnenschein, Abfahrt bei Sonnenschein. Aber als wir aus dem Aber Wrac´h hinauskamen, umschlang uns innerhalb von Minuten dichter Nebel. Dicht am Schiff vorbei schauten die Felsen - zum Teil nur ein paar Zentimeter - aus dem Wasser, kleine Wellen machten sie sofort unsichtbar. Hoffentlich kennt der Kapitän den Weg...

Mal mehr, oft aber nur weniger schnell ging es durch die Inselwelt, an der 1987 die Amoco Cadiz für eine der größten Umweltkatastrophen in der Bretagne sorgte. Unter diesen Umständen schien das Unglück gar nicht mehr so fremd.

Irgendwann ging dann wurde das Schiff langsamer und der Motor ging aus. Was sollten wir hier, mitten auf dem Wasser wollen? Plötzlich ein lauter Ton, wie aus einer überdimensionierten Hupe. Wir waren da, am Turm, nur, wir konnten ihn nicht sehen. Was wir hörten war das Nebelhorn.


Blick von Leuchtturm auf den "Hupenturm"



der "Hupenturm"


so sieht es ohne Nebel aus

 

Da standen wir nun, auf einer Insel, deren Grünfläche nicht viel größer war als ein Fußballfeld, mitten im Nebel. Einmal angekommen, bezahlten wir dann auch noch den Eintritt für den Turm und machten uns auf den 365stufigen Marsch, hinauf zum höchsten Leuchtturm Europas.


die letzte Stufe
 

Leider änderte sich das Wetter nicht in dieser Zeit, so ergab der Blick vom Turm lediglich einen schemenhaften Blick auf das Nebelhorn. Auch die "Innereien", also die Laterne mit dem Spiegel, war Bauart bedingt vor unseren Blicken geschützt und nicht einsehbar.  Also ein schlechter Tag für Leuchtturmfotos.

Beeindruckend war allerdings die Wirkung des Nebelhorns, welches eigentlich aus einem ganzen Hornsystem besteht. Mehrer Hörner sind sowohl senkrecht als auch waagerecht angebracht und erklingen im Minutentakt. Der Klang ist dabei nicht mal unangenehm, allerdings lässt die Schallwelle im direkten Umfeld alles ein wenig erzittern. Es ist auf jeden Fall mal ein anderes Erlebnis.


Leider waren bei den Sichtbedingungen keine gescheiten Fotos möglich, hier kann man die Hörner nur schlecht erkennen

Die Rückfahrt verzögerte sich dann um fast eine Stunde, der Nebel war nicht lichter geworden. Vom GPS geführt tuckerten wir dann langsam wieder zurück. Unterwegs hängte sich ein Segelschiff in unser Kielwasser. Die Besatzung war sicherlich froh einen Piloten durch das unsichere Fahrwasser zu bekommen. Und kaum waren wir wieder im Aber schien auch wieder die Sonne.

    bei allen Bildern dieser Seite liegt das © bei Michael Flammer

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