le Conquet
 

  Die Familie hatte sich irgendwann mit dem Reiseziel Bretagne angefreundet, und so ging es dann in Juli los. Die Anreise über die Niederlande und Belgien erwies sich als guter Auftakt, die Autobahnen waren nicht zu voll, und die Peagé hielt sich in Grenzen. Innerhalb der Bretagne gibt es keine gebührenpflichtigen Autobahnen, so dass diesbezüglich die Reiseplanung frei gestaltet werden konnte  

Hafen von Quiberon
 

 

 


le Sept Ile

  Wenn auch in diesem Bericht natürlich hauptsächlich auf die Leuchttürme eingegangen wurde, gibt es noch eine Vielzahl von anderen Sehenswürdigkeiten. Verträumte Hafenstädtchen, Dolmen und Megalithen, Wälder, in den Asterix gelebt haben könnte,  Inseln und Kirchen. Wie überall in Frankreich werden sportliche Aktivitäten jeder Art ermöglicht. Tauchen, Drachenfliegen und Paragliding über dem Dünenkamm, Paddeln im Meer, Segeln in der Optimisten-Nussschale oder mit dem Dreimaster, kiteing mit Wasserski oder Buggy, Golf, Wasserski, Reiten, Cart-Fahren oder Joggen, alles ist drin. Oder einfach nur faulenzen und baden.
Wenn auch an einigen Stellen aufgrund von Strömungen das Baden grundsätzlich verboten ist (z.B. an der Cote Granit Rosé), so finden sich an anderen Stellen geradezu Badeparadiese: am Aber Wrac´h oder noch weiter westlich bei le Conquet. Riesige Sandstrände und gefahrloses Planschen im Wasser für Kleinkinder, trotz - oder gerade wegen - der Gezeiten. 
Zu empfehlen ist ein frühzeitiger Erwerb eines Reiseführers und einer Freizeitkarte. Ich habe bewusst auf Hinweise wie "der schönste Campingplatz" oder "der tollste Ort" verzichtet, zu unterschiedlich ist der persönliche Geschmack. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass es an der Südküste turbulenter zugeht, die Nordküste die vielleicht typischeren Orte aufweist, wobei es auch hier eine Tendenz von Ost nach West gibt: je weiter westlich man ist, um so nichts sagender werden die Orte. Landéda mag hier als wirklich schlechtes Beispiel herhalten, ähnelt es doch hier eher einer Arbeitersiedlung in Lotringen.

Bretonische Köstlichkeiten sind sicher die vielfältigen Meeresfrüchte, die es schon in normalen Lebensmittelgeschäften (intermarché o. ä.) in großer Auswahl gibt. Langusten, Hummer, Taschenkrebse, div. Muschel- und Schneckensorten und Fisch - alles kein Problem.  Crepé süß, Crepé würzig, die Auswahl endet erst mit dem Ende der Fantasie des Kochs. Und auch Bretonisches Bier ist einen Versuch wert: malzig, manches mit einen rauchigen Beigeschmack, anderes süsslich wie Belgisches "Grimbergen".

 

  Grundsätzlich gilt: die Bretagne ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Da ca. 50% der deutschen Sommerferien auch immer mit der Hauptferienzeit in Frankreich zusammenfallen, ist auch bei Campingplätzen ein frühzeitiges Buchen sinnvoll. Auch wenn bis zur Platzeinfahrt kein anderer Touri zu sehen war, oft war der Platz komplett belegt. Es mag Zufall sein, aber die Campingplätze, die wir besucht haben, waren oft nur in "französischer", "englischer", niederländisch/belgischer" oder "deutscher" Hand. Dies hat zur Folge, dass man ggf. mit landsmannschaftlicher Kleinkunst versorgt wird (eine belgische Exklave versorgte einen Campingplatz schon mittags mit Gesängen wie " Schaaps noiken is moi") andererseits kann dann auch schon mal ein gleichsprachiger Spielkamerad fürs Kind fehlen. Bis jetzt einzigartig für uns waren bretonische Koch- oder Tanzkurse auf einem Campingplatz. Wir werden auf jeden Fall, vorausschauender geplant, noch einmal wiederkommen.  
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