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Muscheljagd
Bei Muscheln von „jagen“ zu sprechen, lässt zunächst sicher erst einmal ein mitleidiges Lächeln entstehen, doch wer schon einmal Sandklaffmuscheln gesucht hat, wird diesen Begriff nicht ganz falsch finden.
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![]() Die Zeit der Jäger... Vollmond Da war doch was? |
Die Stunde des Jägers kommt, wenn der Koeffizient große Tiden ankündigt. Denn dort, wo nicht bei jeder Ebbe das Land zu betreten ist, liegt die Heimat der Sandklaffmuscheln. Ausgerüstet mit Eimern und etwas Trinkbarem machten wir uns auf den Weg. Die Muscheln leben bis zu ca. 30 cm unter dem Meeresgrund und sind über einen entsprechend langen Schlauch mit dem Meeresboden „verbunden“. Über diesen Schlauch wird Seewasser eingesaugt und die Nährstoffe aufgenommen. Tritt man nun feste auf den Boden (böse Zungen behaupten dies sei die Grundlage aller Bretonischen Tänze) und die Muschel spürt den Druck, zieht sie den Schlauch ein. Ein Wasserspritzer und ein anschließendes Loch im Boden ist dann sichtbar.
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Gleich ist es soweit ![]() Ein schönes Stück |
Jetzt ist Arbeit für den Sammler angesagt. Schnell muss um das Loch gegraben werden, denn die Muscheln haben die Fähigkeit sich tiefer oder aber auch zur Seite weiter einzugraben. Für den Jäger ist Vorsicht geboten, denn die senkrecht im Sand steckenden Muscheln können sehr scharf sein und unangenehme Schnittwunden verursachen. Wir haben den Einsatz von schwerem Gerät (Grabegabeln o. ä.) zum ausgraben abgelehnt, die Muschel soll auch ihre Chance haben.
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![]() Im "Spülbad" |
Hat man genug Muscheln "gefangen", werden diese für 24 Stunden in einem Eimer mit Meerwasser ruhen gelassen. Das Wasser sollte mehrfach gewechselt werden, damit es nicht zu warm wird. In dieser Ruhephase fahren die Muscheln ihren Schlauch wieder aus und spülen kräftig Wasser durch ihren Körper. Immer wieder sieht man, wie Spritzer 50 – 60 cm aus dem Eimer kommen.
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![]() diese Spitze ist der Muskel |
Das Menü
Die Zubereitung der Muscheln ist denkbar einfach: sie werden gekocht. Um keine toten Tiere mit zu verwenden werden sie vor dem Kochen kurz an der seitlichen Muskulatur berührt. Dabei ziehen sie sich wieder etwas in Gehäuse zurück und ein Wasserstrahl wird abgegeben. Das ist das beste Zeichen, dass sie noch leben. Wenn das Wasser sprudelnd kocht, werden sie 3 – 5 Minuten ins Wasser gelegt. Anschließend werden sie geöffnet. Zur Verwendung und somit zum Verzehr kommt nur der Schalenmuskel und der Schlauchmuskel.
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![]() hier muss der Schlauch ab... |
Während der Schalenmuskel einfach abgeschnitten werden kann, ist beim Schlauchmuskel etwas mehr Arbeit erforderlich. |
![]() ...und die Spitze... |
Dem von der Muschel abgetrennten Stück wird auch am anderen Ende die Spitze abgeschnitten. |
![]() ...und die Haut |
Danach muss eine mehr oder weniger transparente Haut vom Muskel entfernt werden. |
![]() so sieht der Querschnitt aus ![]() Hier kann schon probiert werden |
Jetzt noch in dünne Streifen schneiden, fertig.
Wer so ein Stück jetzt probiert, wird sicherlich Ähnlichkeit mit
Tintenfischringen feststellen, allerdings ist das Muschelfleisch nicht so
„gummiartig“.
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![]() alles was der Markt bietet ![]() |
Wir servieren die Ringe im Gemüseeintopf. Dazu wird
Gemüse (in unserem Fall Möhren, weiße Rüben, Zucchini, Zwiebeln, Pilze)
klein geschnitten und mit Knoblauch in Öl angebraten. Anschließend
einen guten Schuss Weißwein mit dem Estragon in einen großen Topf geben und
erhitzen, die angegarten Gemüsestücke hinzugeben, mit Salz, Pfeffer
und „Herbes de Pécheur“ (getrocknete Algen) abschmecken, die Muschelringe
hinzufügen und nochmals erwärmen.
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Dazu gibt es noch einen frischen Salat, Baguette und Wein, bon appétit Das ist doch mal ganz was anderes, als immer nur "Crepe"… [ zurück ] |