Teil 1
Grafik Roter Sand ROTER SAND
Der erste im freien Meer stehende Leuchtturm wurde am 1.11.1885 in Betrieb genommen. Bevor die Inbetriebnahme realisiert werden konnte, musste ein mühevoller Kampf gegen das Meer ausgetragen werden. Ein Herbststurm zerstörte 1881 das Fundament des gerade angefangenen Projektes. Im Mai 1883 erfolgte dann der zweite Anlauf des für die Schifffahrt so wichtigen Leuchtturms in der Wesermündung.
Der 28 Meter hohe Leuchtturm war technisch gesehen ein Meisterwerk und architektonisch ein Kunstwerk. Durch den Leuchtturm bekamen die auslaufenden Schiffe einen letzten Gruß und den ankommenden Schiffen wurde mitgeteilt, dass der sichere Hafen nicht weit entfernt war. Der "Rote Sand" gehört wohl zu den meistfotografierten Leuchttürmen der Welt.

Die Natur spielte jedoch eine entscheidende Rolle im "Leben" von "Roter Sand". Da sich das Fahrwasser im Laufe der Jahrzehnte verlagert hatte, war es nötig, einen neuen Turm ("Alte Weser") zu bauen. Somit war "Roter Sand" abgelöst und das Hauptfeuer wurde 1964 gelöscht. Weiterhin hatte die zerstörerische Kraft der Nordsee, vor allen durch Gezeiten und Wind, Restaurierungen nötig gemacht. So kamen natürlich Gedanken auf, diesen Turm abzureißen. Dankenswerterweise wurde der Turm unter Denkmalschutz gestellt und dank umfangreicher Restauration ist er heute in voller Farbenpracht zu sehen.


Grafik Arngast ARNGAST
Der wichtigste Flottenstützpunkt des Kaiserreiches, Wilhelmshaven, wuchs Ende des 19. Jahrhunderts an die Nordsee heran. Dieser Zustand erforderte die baldige Beleuchtung des Fahrwassers. Schon 1877 wurde der 30 Meter hohe Leuchtturm "Varelersiel" im Jadebusen in Betrieb genommen. Dieser reichte jedoch bald nicht mehr aus, und so entschloss man sich zu Bau eines nördlicheren Turms im Jadebusen.

Die Bauarbeiten für den Leuchtturm Arngast begannen 1909 an der Stelle, an der einst die Insel Arngast war, bevor die Sturmfluten sie fortspülten. Man rammte 112 Holzpfähle in den Boden, die später zu Schutz gegen Bohrwürmer mit Tonrohren ummantelt wurden. Darauf wurde dann eine Plattform aus Stahlbeton gesetzt und darauf ein gemauerter Turmsockel. Wie viele Türme wurde auch dieser aus Gusseisenplatten gebaut, welche in rheinischen Hüttenwerken hergestellt wurden. In 30 Meter Höhe leuchtete ursprünglich eine Bogenlampe (Turmhöhe 37 m). Das Nebenfeuer für das Vareler Fahrwasser wurde mit einer 100 Watt Glühlampe betrieben.

Grafik Kaiserschleuse Ostfeuer Kaiserschleuse Ostfeuer

Nachdem die Kaiserschleuse in Bremerhaven, die damalige größte Schleuse der Welt, fertiggestellt war, wollte der Bauherr, die Hansestadt Bremen, das ganze Projekt mit dem Bau einen Molenfeuers stilvoll abschließen. Im Jahr 1900 ließ man diesen 15 Meter hohen, außergewöhnlichen Leuchtturm auf der Ostmole des Vorhafens bauen. Der Baustil ist auf den gewöhnlichen Stil des Kaiserreiches zurückzuführen. Der Backsteinbau mit seinen weißen Blindfenstern wurde am 15. Juli 1900 in Betrieb genommen.

Grafik Minarett Unterfeuer Bremerhaven
                  das Minarett

Im Zusammenhang mit der Fertigstellung der neuen Häfen der Hansestadt Bremen 1852, wurde 1854-55 der große kirchturmähnliche Leuchtturm an der Zufahrtsschleuse gebaut. 1893 wurde dieser große Leuchtturm durch einen kleineren aus Stahlplatten gebauten Turm ergänzt, welche zusammen eine Richtfeuerlinie ausmachten. Das neue 26 Meter hohe Unterfeuer wurde dicht an den großen Turm gebaut und ursprünglich mit einem roten Licht versehen, als Unterschied zum starken weißen Licht des großen Turms. 1993 wurde der Turm zu seinem heutigen Standort gebracht, um drei Meter erhöht und mit einem weißen Licht ausgestattet. Wegen seiner ausgefallenen Form wird er "das Minarett" oder auch "der Zwiebelturm" genannt.
Cuxhaven Grafik LT Cuxhaven

Seit dem 15. Jahrhundert hat ein Seezeichen an diesem Standort gestanden, wo die Hamburger Admiralität 1802 diesen 23 Meter hohen säulenförmigen Leuchtturm errichten ließ. Der Leuchtturm wurde ein Teil der Lichterkette, die die Einfahrt der Elbe auf den Weg nach Hamburg begleitet. 1801 brach das 39 Meter hohe Seezeichen während eines Sturmes zusammen, wonach man 1802 die Bauarbeiten des jetzigen Turms veranlasste. Es wurden Gründungspfähle gerammt, auf denen das Granitfundament für die 4 Etagen des Ziegelturmes gebaut wurde.
Aus England stammende Lampen, 1784 durch den Schweizer Aimé Argand erfunden, sowie ein Parabolspiegel wurden nach Deutschland eingeführt. Dieses Leuchtsystem war im Leuchtturm Cuxhaven das erste seiner Art in Deutschland. Am 15.Nov. 1805 in Betrieb genommen, muss
te aber bereits 1806 seine Lichter wegen der napoleonischen Kontinentalsperre wieder löschen. Erst 1813 wurde der Turm wieder in Betrieb genommen. Durch die Errichtung des ersten Sektorenfeuers an der Nordseeküste 1953 kündigte der Leuchtturm mit seinem neuentwickeltem Leuchtsystem, wieder eine neue Zeit des Leitfeuerwesens an. 


 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik Westerheversand Westerheversand

Dieser Leuchtturm, der auf der nordwestlichen Ecke Eiderstedts gebaut wurde, markiert den Heverstrom, der einwärts nach Husum fließt. Der 40 Meter hohe Turm mit seinen angegliederten Häusern macht einen auffälligen Gebäudekomplex im flachen Marschland aus.
Mit den zur damaligen Zeit immer häufig vorkommenden Strandungen von Schiffen im flachen Wasser des Wattenmeeres entschloss
man sich 1905, drei fast baugleiche Türme auf Pellworn, Hörnum und Westerheversand zu bauen. Die beiden erstgenannten wurden Mitte 1907 in Betrieb genommen, Westerheversand nahm am 26.Mai 1908 den Probebetrieb auf. Auch dieser Leuchtturm steht auf 127 in den Boden der Warft gerammten Holzpfählen, die das Fundament tragen. Die Warft wurde mit Erdreich aufgeschüttet, das anschließend durch Pferde festgetreten wurde. Diese Maßnahme diente dazu, Überschwemmungen vorzubeugen. Der Turm besteht aus 608 zusammengeschraubten Gussplatten, und erhielt eine, für die damalige Zeit, hochmoderne Gleichstrom-Bogenlampe.    

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