Teil 2
AMRUM Grafik Amrum

Der erste deutsche Turm an der nordfriesischen Küste war der Leuchtturm von Amrum. Der damalige Leuchtturm auf Helgoland wurde von den Engländern erbaut und die Türme von Kampen, List Ost und West waren dänischer Herkunft.
Bevor es jedoch zum Bau eines Turmes kam, verging viel Zeit mit Streitigkeiten um den Standort und um die Art des Feuers. Die Strandvögte lehnten einen Leuchtturm grundsätzlich ab, weil sie um ihren Gewinn aus den Strandgut fürchteten. Trotz alledem bestimmte die Regierung 1873 den Bau eines Leuchtturmes.

Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau des Turms auf der Insel begonnen. Pferde zogen die Karren mit Baumaterial über einen mit Bohlen befestigten Weg vom kleinen Inselhafen Steenodde zur Ostküste. Gleichzeitig wurde für den Leuchtturmwärter, einem königlich preußischem Oberbootsmann, ein Wohnhaus mitgebaut. Die Bevölkerung konnte für diesen Posten nicht berücksichtigt werden, da das damalige preußische Reglement nur ehemalige und langgediente Militärangehörige in Betracht zog. Die Amrumer waren jedoch bis 1864 dänische Staatsbürger gewesen. 

Grafik List West List West/Ost

Auf der Nordspitze der Insel Sylt, am Ellenbogen, stehen die zwei nördlichsten Leuchttürme Deutschlands. Die Türme wurden gebaut, als dieser Teil Deutschlands noch zu Dänemark gehörte. 1856 erwarb das dänische Marineministerium das Dünengrundstück. Beide Türme stehen auf Betonsockeln und wurden aus vorgefertigten Gussplatten gebaut. Die Idee, dieses Baumaterial zu verwenden, stammte aus England. Dort wurde der erste gusseiserne Turm 1803 im Hafen von Swansea errichtet. Der älteste dieser Art noch existierende Leuchtturm steht seit 1834 in Maryport in Nordengland. Nach 1850 wurden gusseisenere Türme auf den ganzen Kontinent verbreitet. Besonders Holland und Norwegen ließen zahlreiche Türme bauen. Zu den günstigeren Kosten kam eine bis zu 1/3 kürzere Bauzeit. Außerdem ließen sich die Türme demontieren und an einem anderen Ort wieder aufbauen. Auch war ihr Gewicht wesentlich geringer, was je nach Untergrund wichtig war.
1881 kam es zur Katastrophe und der Leuchtturm auf Carl Rock brach zusammen. Danach wurde Guss
eisen nur noch für kleine Hafenfeuer verwendet - größere Türme wurden wieder aus Stein gebaut.
Neben dem Leuchtturm List West steht eine Bake, welche von See aus gesehen die Grenzlinie zwischen Dänemark und Deutschland markiert. 

Geeste Nord Grafik Geeste Nord

Die ersten Hafenanlagen der Hansestadt Bremen, die mit der Zeit Bremerhaven gründeten, wurden 1827-30 an der Mündung der Geeste angelegt. Damit war der erste tidefreie Hafen der Weser zu Stande gekommen. Das erste Feuer am Geeste-Nordufer leuchtet von einem Holzständer. Beim Bau der Molen 1860 wurde ein 7 Meter hoher quadratischer Leuchtturm mit einem roten Festfeuer errichtet, wobei auf der gegenüberliegenden Südseite ein 9 Meter hohes, pyramidenförmiges eisernes Gerüst mit grünem Licht gebaut wurde.
1912 wurden die Molen verlängert und der jetzige 14 Meter hohe Turm gebaut.

Grafik Staberhuk STABERHUK

Staberhuk ist , mit seiner Plazierung auf Fehmarns südöstlicher Ecke zur Mecklenburger Bucht hin, ein fast diametraler Standpunkt zum Leuchtturm Westmakelsdorf.
Wäre es nach den Plänen einer dänischen Kommission gegangen, hätte schon 1804 ein Turm an dieser Stelle gestanden. Der Krieg gegen England kam und fast 100 Jahre vergingen bevor ein Leuchtturm gebaut wurde. 1900 strandete ein Torpedoboot der kaiserlichen Marine bei Staberhuk; dies war der Anlass, um an dieser Stelle einen Leuchtturm zu errichten.
1903 wurde mit den Bauarbeiten zu Fehmarns jüngstem Leuchtturm begonnen und 1904 wurde der 22 Meter hohe Turm in Dienst gestellt. Für den Bau des Turms und des Wärterhauses wurden gelbe Backsteine verwendet. Als der Turm fertiggestellt war, wurde die Laterne des alten Leuchtturms von Helgoland, der 1902 durch einen neuen Turm ersetzt worden war, wiederverwendet. Die 2 Meter große Linse schickt seit dem von Staberhuk ihre Lichtbalken über die See.
Die gelben Steine der Westseite konnten über die Jahre den Witterungseinflüssen nicht mehr standhalten und so wurden sie gegen rote Backsteine ausgetauscht, was dem Leuchtturm eine einmalige Eigenart verleiht.

Markelsdorf Grafik Markelsdorf

Dieser Leuchtturm ist auf Fehmarns nordwestlicher Ecke, in einem Flachgebiet wo die Brandungswellen und Eindeichungsarbeiten Mitte des 18. Jahrhunderts einen Deich von 2 Metern Höhe gebildet hatten, gelegen. In dessen Folge entstanden mehrere lange Binnenseen entland der Küste der Insel.
1872 drängte eine Flut tief in die Insel hinein, was eine Erhöhung des Deiches notwendig machte. Es wurde 1881 der gegenwärtige Leuchtturm Westermakelsdorf mit seinen 18 Metern Höhe und dem achteckigen Grundriss gebaut. Bis 1925 erzeugten Öl- und Gasbrenner das Licht.

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